Juso ist enttäuscht über Erhöhung der Studiengebühren
Heute hat die bürgerliche Ratsmehrheit einmal mehr bewiesen, dass sie unsozial handelt und ihre Steuersenkungen auf dem Buckel der Studierenden ausbaden will. Dass neuerdings die grosse Mehrheit der Grünen und eine Minderheit der SP gegen die Studierenden stimmen, erstaunt und enttäuscht die Juso ebenfalls.
Es kann
nicht sein, dass die bürgerlichen Parteien zuerst Steuersenkungen durchboxen
und danach als Kompensation bei der Bildung – dem Kapital unserer Zukunft –
sparen. Wenn gleichzeitig ein Kompromiss-Vorschlag für eine Erhöhung der
Stipendien in den Wind geschlagen wird, zeugt dies von grösster Ignoranz
gegenüber den minderbemittelten, und damit meistbetroffenen Studierenden.
Ebenfalls
enttäusch ist die Juso Kanton Bern von den Grünen, deren Fraktion – bis auf die
3 Mitglieder des stadtberner Grünen Bündnisses – für die Studiengebührenerhöhung
gestimmt hat. Ebenso von einer Minderheit der SP-Fraktion, welche mit der
Befürwortung der Erhöhung gegen den Resolutionsbeschluss des letzten
Parteitages gestimmt hat.
In diesem
Sinne haben die Mehrheit der Grünen und eine Minderheit der SP heute
unverantwortlich gehandelt. Denn Verantwortung zu übernehmen heisst, das
bürgerliche Spiel von Steuersenkungen und Sparübungen zu durchschauen und
anzuprangern. Ebenso gilt es, den gegen die Berner Hochschulen gerichteten Diskurs
umzukehren und für eine Steigerung der Qualität der Bildung einzutreten – und
diese ist nicht durch Sparen auf dem Buckel der Studierenden zu
bewerkstelligen.
Durch
diese Erhöhung der Studiengebühren um
300 Franken pro Jahr an Universität, Fachhochschule und Pädagogischen
Hochschule kommen die Studierenden weiter unter Druck, ohne dafür eine grössere
Gegenleistung zu erhalten. Die Studiengebühren stellen für viele
Studierende bereits heute ein Problem dar, können sie doch nicht in Raten bezahlt oder
gestundet werden.
Diejenigen,
die heute für die Gebührenerhöhung gestimmt haben, müssen sich entscheiden:
Wollen sie darauf verzichten, die Verfehlungen der bürgerlichen Politik klar
anzuprangern und damit den Bildungsabbau mitzutragen, oder wollen sie
Verantwortung für den Kanton Bern übernehmen und damit auch einmal gegen die
vorherrschende Meinung anreden?
Für uns ist klar, Wer bei der Bildung spart, zerstört unsere Zukunft! Und den Staat auf dem Buckel der Zukunft zu sanieren ist nicht nur unsinnig, sondern auch unfair.
